"Angehörige bekommen abgehackte Gliedmaßen geschickt, und wenn sie dann nicht zahlen, sind die Entführten so gut wie tot: Bulgariens Unterwelt hat das Kidnapping von Geschäftsleuten als Business entdeckt", berichtet Spiegel Online. Das Risiko für die Kriminellen sei minimal, die Polizei nicht interessiert, sie zu fangen. Vielmehr werde sie sogar verdächtigt, als Drahtzieher zu wirken. "Doch damit ermutigen sie Kleinkriminelle, auf den Zug mit dem vermeintlich risikolosen Business aufzuspringen. Eine Gewaltspirale, die eines Tages so unkontrollierbar werden könnte wie die bereits wuchernde Korruption im Balkanstaat", so das Online-Magazin.

Sogar die Geiseln selbst würden mittlerweile mit Misstrauen betrachtet, denn die letzten spektakulären Fälle seien wahrscheinlich "Selbst-Entführungen" gewesen, um Geld zu waschen. "Auch ausländische Firmen geraten zusehends ins Visier von Mafiaclans und den mit ihnen kooperierenden korrupten Politikern, Justiz- und Polizeibeamten." Spiegel-Online gibt das Beispiel eines amerikanischen Unternehmers, der eines Morgens entdeckte, dass sein Haus von der Stadt mit Stacheldraht eingezäunt wurde, "angeblich, weil es sich bei dem Gebäude um ein 'illegales Bauwerk' handle". Nachdem auch eine Voodoo-Puppe in seinem Garten brannte, zahlte der Mann. Alptraum und Stacheldraht verschwanden daraufhin.

Seit den 1980er Jahren und der Finanzialisierung der Wirtschaft haben uns die Akteure der Finanzwirtschaft gelehrt, dass sich hinter jeder Gesetzeslücke eine kurzfristige Gewinnmöglichkeit verbirgt. All das und mehr diskutieren wir mit unseren Investigativ-Journalisten Stefano Valentino und Giorgio Michalopoulos. Sie haben für Voxeurop die dunklen Seiten der grünen Finanzwelt aufgedeckt und wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

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