Kommen könnt ihr, arbeiten nicht

Veröffentlicht auf 14 Juni 2013 um 13:02

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Der neue Bericht der OECD vom 13. Juni meldet, dass die Migrationsflüsse innerhalb der EU wieder im Steigen begriffen sind. Drei Jahre in Folge waren sie aufgrund der Krise rückläufig. Doch die Aussichten auf Arbeitsplätze haben sich für die Ausländer verschlechtert: Rund jeder zweite arbeitslose Immigrant sucht schon seit mehr als einem Jahr.

„Deutschland kann seine Migranten nicht halten“, titelt etwa Die Welt. Nur jeder zweite Grieche und jeder dritte Spanier, die 2011 in Deutschland lebten, waren länger als ein Jahr da. Von den Italienern ließen sich nur 40 Prozent längerfristig im Land nieder, präzisiert die Zeitung. Ein OECD-Experte meint dazu:

Deutschland sollte mehr für seine Willkommenskultur tun und Hochqualifizierte mit Abschlüssen unter den deutschen Standards [...] nachqualifizieren.

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In Wien kommt der Der Standard zum gleichen Schluss: „Österreich könnte von Migranten stärker profitieren”, titelt die Zeitung. Eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt könnte dem Staat 1,2 Milliarden Euro einbringen. Er sollte nicht nur in die Ausbildung der neu eingetroffenen Zuwanderer investieren, sondern auch in die der zweiten Generation, denn:

Töchter von Zuwanderern aus Ex-Jugoslawien [laufen] doppelt so häufig Gefahr, arbeitslos zu sein, wie gleichaltrige Töchter von schon seit Generationen in Österreich Lebenden.

Die Schweiz hingegen „profitiert von den Zuwanderern“, wie die Neue Zürcher Zeitung titelt. Zusammen mit Luxemburg zieht sie den größten Nutzen aus ihnen Zuwandereren, und zwar aus drei Gründen:

Erstens ist der Anteil der Zuwanderer im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung hoch. Zweitens kommen überwiegend Ausländer im Erwerbsalter in die Schweiz. Drittens weisen die oft überdurchschnittlich qualifizierten Zuwanderer eine hohe Erwerbstätigenquote auf.

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