Am 15. Juni haben sich die führenden Wirtschaftsmächte in Évian-les-Bains zu einem G7-Gipfel unter der Schirmherrschaft Frankreichs und seines Präsidenten Emmanuel Macron getroffen. Auf der Tagesordnung des zweitägigen Treffens: schwierige Themen wie die Lösung internationaler Krisen und wirtschaftlicher Ungleichgewichte zwischen den Nationen oder Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Die Europäer (Frankreich, Italien, Deutschland) träumten davon, Donald Trump, der gerade ein Friedensabkommen mit dem Iran unterzeichnet hatte, von der Notwendigkeit einer Lösung des Krieges in der Ukraine zu überzeugen. Der Zeitpunkt schien günstig für Unterstützung aus Washington, da Russland Anzeichen von Erschöpfung zeigt und einige Staaten, insbesondere die baltischen Länder, eine Flucht nach vorn seitens des Kremls befürchten.
Es wurde deshalb alles getan, um den US-Präsidenten milde zu stimmen. Er wird am 17. Juni zu einem prunkvollen Abschlussdinner im Schloss von Versailles empfangen. Auch die politische Agenda ist geprägt von Zugeständnissen an den jähzornigen US-Präsidenten: weg mit der Kürzung der internationalen Hilfe, der Schuldenkrise oder Umweltfragen, die Trump besonders verabscheut.
Doch dieser schlug die ausgestreckte Hand aus. Bereits am ersten Tag des Gipfels drohte er mit Zöllen gegen Frankreich, um die amerikanischen Digitalunternehmen zu schützen. In Évian scheinen erneut zwei Visionen von Diplomatie und internationaler Zusammenarbeit aufeinanderzustoßen.
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