„Sie sehen asiatisch aus? Dann bekommen Sie kein Milchpulver“

Veröffentlicht am 10 Juli 2013

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Seit mehreren Monaten mangelt es in niederländischen Geschäften an Milchpulver für Babynahrung. Ursache ist der Milchpulver-Skandal in China, bei dem enthüllt wurde, dass bestimmte Sorten von Milchpulver mit Melamin verseucht waren. Seit 2008 in dem Land sechs Babys an den Folgen starben, haben die Chinesen das Vertrauen in die chinesische Milch verloren und kaufen massenweise Milchpulver im Ausland, darunter in den Niederlanden. Nun reagieren die heimischen Supermärkte auf das Problem:

„Um zu verhindern, dass die Leute vor leeren Milchpulver-Regalen stehen, werden wir Kunden, die wir nicht kennen, nur noch ein Päckchen verkaufen. Stammkunden aus dem Dorf verkaufen wir zwei Päckchen pro Person.“ Dieser Text stammt aus einem internen Memo eines Supermarkts, der dem NRC Handelsblad zugespielt wurde.

Wie die Zeitung berichtet wurden in der letzten Zeit

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mehrere Antidiskriminierungsstellen angeschrieben: Die Autoren der Beschwerdeschreiben beklagen sich über Geschäfte, in denen man ihnen kein Milchpulver verkaufte, weil sie asiatisch aussehen.

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