Wenn das Volk zum Störfaktor wird

Auf den Finanzmärkten geht ein Gespenst um: dass, das Heer von Arbeitslosen und Armen die Politik der Mächtigen nicht mehr abnickt. Allzu viel Demokratie wollen deshalb weder Politiker noch Wirtschaftsbosse wagen.

Veröffentlicht am 24 April 2012

Die Euro-Krise schläft, der Billionen-Kredit der Europäischen Zentralbank hat die Lage beruhigt. Doch an den Finanzmärkten hat man eine neue Gefahr ausgemacht: die Demokratie. „Die Wahlen in Frankreich und Griechenland wie auch die Volksbefragung in Irland“, so Elga Bartsch von der US-Investmentbank Morgan Stanley, „ lösen Sorgen bei den Investoren, Unternehmen und Konsumenten aus.“ Alle Gefahr, so scheint es, geht derzeit vom Volke aus.

Die Euro-Staaten verlangen ihren Bevölkerungen große Opfer ab. Um das Vertrauen der Finanzmärkte in ihre Kreditwürdigkeit zu festigen, bauen sie hunderttausende Staatsangestellte ab, Steuern werden erhöht, staatliche Gelder zusammengestrichen, die Renten gehen zurück.

Und um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Staaten zu erhöhen, wird das Lohnniveau gedrückt, der Kündigungsschutz abgeschwächt, und die Gewerkschaften werden entmachtet.

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