„Frage nicht, was Europa für dich tun kann, frage vielmehr, was du für Europa tun kannst.“ So lautet das Thema des Manifests, dass von einer Gruppe europäischer Intellektueller unterzeichnet wurde, allen voran Jürgen Habermas. Die schwedische Tageszeitung Aftonbladet reagiert spöttisch und bezeichnet die vorgeschlagenen Ideen als „unvorstellbar naiv“.
Zu einem Zeitpunkt, in dem die „Renten und das Arbeitsrecht mit Füßen getreten werden und in einem Mitgliedsland nach dem anderen demonstriert wird und Unruhen entstehen“, sehe das Manifest als einzigen Beitrag zur Neugründung Europas von unten vor, dass „man das Recht zu einem Sabbatjahr habe, um in einem andern Land der EU ein freiwilliges Jahr zu absolvieren.“ Mit gleicher Ironie wird gefragt:
„Während die Europäische Union wie die Titanic erschüttert wird, ist also die einzige Antwort dieser Freunde Europas auf die derzeitige Situation, dass man ein bisschen mehr Zeit miteinander verbringt, um sich europäischer zu fühlen?“
Die Zeitung schließt im selben Tonfall: „Insofern kann es kein Zufall sein, dass die Initiative vom Allianz-Konzern unterstützt wird. Der ist nämlich einer der Hauptgläubiger Griechenlands."
Seit den 1980er Jahren und der Finanzialisierung der Wirtschaft haben uns die Akteure der Finanzwirtschaft gelehrt, dass sich hinter jeder Gesetzeslücke eine kurzfristige Gewinnmöglichkeit verbirgt. All das und mehr diskutieren wir mit unseren Investigativ-Journalisten Stefano Valentino und Giorgio Michalopoulos. Sie haben für Voxeurop die dunklen Seiten der grünen Finanzwelt aufgedeckt und wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
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