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„Die Lehrer müssen akzeptieren, dass die Schulleitung das Recht hat, über ihren Arbeitsmodus zu entscheiden. Wie an allen Arbeitsplätzen“, schreibt die konservative Tageszeitung Berlingske in ihrem Kommentar zu dem Konflikt, in welchem sich 69.000 Lehrkräfte gegen die Gemeinden und den dänischen Staat stellen. Am 2. April standen die Schüler infolge dieser Blockierung vor verschlossenen Türen.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Zeit für die Vorbereitung des Unterrichts, die neu ausgehandelt werden soll. Das letzte Abkommen ist kürzlich abgelaufen und legte fest, dass ein Lehrer maximal 25 Unterrichtsstunden pro Woche geben soll, da eine zusätzliche Zeit für die Vorbereitung erforderlich ist.

Doch der Staat und die Gemeinden sind der Meinung, die Schulleiter müssten freier über ihre Lehrkräfte verfügen und gegebenenfalls mehr Unterrichtsstunden von ihnen verlangen dürfen.

Für Politiken besteht das Wichtigste darin, die guten Seiten des dänischen Schulsystems durch den Konflikt nicht zu zerstören:

Wenn wir die dänische Schule kritisieren, vergessen wir zu oft, wie gut diese Institution eigentlich funktioniert. Wir vergessen, dass die dänischen Kinder wirklich gerne in die Schule gehen, anders als die Kinder in vielen anderen Ländern. Wir vergessen, dass die dänische Schule innovative Kinder hervorbringt, die unabhängig denken. Und wir vergessen, dass die Schule dank motivierter, engagierter Lehrer funktioniert.

Im Gegensatz dazu erinnert die liberale Tageszeitung Jyllands-Posten daran, dass 18 Prozent der Schüler von der Volksschule (bis 9. bzw. 10. Klasse) abgehen, ohne die Abschlussprüfungen in Mathematik und Dänisch zu bestehen. Und schreibt abschließend: „Es wird Zeit, dass die Lehrer aufwachen und sehen, zu welcher intellektuellen Armut sie beigetragen haben.“