„Der europäische Konsum bedroht Amazonien“, beklagt Público und zitiert aus dem langen Bericht der NGO Friends of the Earth (FoE), der am 25. Januar vorgestellt wurde und die Alarmglocken zum Zustand des Regenwalds im Amazonasgebiet läutet. Der Bericht erläutert, dass der Regenwald bis „2020 dramatisch schrumpfen“ werde. „Eine Folge der stark wachsenden europäischen Nachfrage an Fleisch, Biokraftstoffen und Tierfutter aus Brasilien.“ Ein Phänomen, das „während des kommenden Jahrzehnts voraussichtlich exponentiell wachsen wird.“

Die Tageszeitung betont, dass die EU erster Importeur von Ethanol, viertgrößter von Fleisch und einer der wichtigsten Märkte für Gen-Soja sei. Der Verbrauch dieser „drei Standbeine der brasilianischen Wirtschaft“ führe dazu, dass weiter Regenwald abgeholzt werde, „trotz gravierender Folgen für Klima, biologische Vielfalt und dem Überleben Tausender von Menschen“, wie Adrian Bebb, Ressortleiter Landwirtschaft und Ernährung innerhalb der FeO, beklagt. Público lässt mehrere Umweltgruppen zu Wort kommen, die eine „Überprüfung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ — 40 Prozent der EU-Ausgaben — fordern. Die Revision der GAP wird einer der Schwerpunkte der Tagung der EU-Landwirtschaftsminister am 24. Januar in Brüssel sein. Die Tageszeitung erinnert an die Initiative „fleischfreier Montag“, die vor einigen Jahren „erfolglos“ vom Musiker Paul McCartney in Brüssel ins Leben gerufen wurde, um den Fleischkonsum zu reduzieren. „Doch weder die EU-Exekutive noch die 27 Regierungen schenkten ihr Beachtung“, bedauert Público.