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Covid-19 gefährdet Jobs und psychisches Wohlbefinden der jungen Generation noch stärker als gedacht

Junge Menschen in Europa verlieren besonders häufig ihre Arbeit und ihr psychisches Wohlbefinden ist durch die Pandemie besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, wie ein aktueller Bericht von Eurofound belegt.

Veröffentlicht auf 2 April 2021 um 10:27

Es ist nicht neu, dass Covid-19 eine Gesundheitskrise ausgelöst hat, die auch die Wirtschaft und das psychische Wohlbefinden der Menschen ernsthaft beeinträchtigt, aufgrund der Freiheitseinschränkungen, die beschlossen wurden, um das Virus aufzuhalten. Die europäische Agentur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen Eurofound, hat untersucht, wer und wie am meisten von den Folgen der Pandemie betroffen ist. Die Daten wurden im Februar in einem Bericht veröffentlicht.

In Bezug auf Arbeitslosigkeit sind junge Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren am stärksten betroffen. Einer ersten Umfrage zufolge, die zwischen April und Mai 2020 durchgeführt wurde, ist die Arbeitslosenquote seit Beginn der Pandemie unter jungen Menschen im Vergleich zu anderen Altersgruppen gestiegen, egal ob es sich um vorübergehende oder dauerhafte Arbeitslosigkeit handelte. Die einzige Ausnahme waren Männer über 50, die vorübergehend ihren Job verloren haben.



Die Bild ändert sich, wenn es um Arbeitsplatzsicherheit geht. In diesem Fall fühlen sich Männer mit befristeten Verträgen in der Altersgruppe 35-49 Jahre und über 50 Jahre in den kommenden Monaten stärker gefährdet, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, was auf die Art ihres Beschäftigungsvertrags zurückzuführen ist. Die erste Altersgruppe gab eine Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent an, ihren Job zu verlieren, die zweite 33 Prozent.

Trotz der großen Diskrepanz zwischen den diesbezüglichen Daten, die von den Befragten aus allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gemeldet wurden, muss die Tatsache berücksichtigt werden, dass, wie im Bericht von Eurofound angegeben, befristete Verträge bei Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren viel häufiger vorkommen. Sie machen 45,6 Prozent aller befristeten Verträge aus, im Vergleich zu 12,1 Prozent aller Personen im erwerbsfähigen Alter (25 bis 64 Jahre). Menschen über 55 mit einem befristeten Arbeitsvertrag machen lediglich 5,1 Prozent aus.

Betrachtet man dagegen Personen mit unbefristeten Verträgen, so sind es junge Frauen im Alter von 18-34 und 35-49 Jahren, die mit größerer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten entlassen werden. Beide Gruppen geben an, dass 9% von ihnen in naher Zukunft ihren Job verlieren werden, zwei 2 Prozent mehr als im EU 27-Gesamtdurchschnitt.  



Wie eingangs erwähnt, wurde auch das psychische Wohlbefinden durch die Covid-19-Pandemie beeinträchtigt, aufgrund des Mangels an sozialen Interaktionen, der durch die Corona-Schutzregelungen verursacht wurde. Das folgende Diagramm vergleicht das psychische Wohlbefinden im April 2020, als die ersten Einschränkungen erlassen wurden, und im Juli 2020. Menschen in den beiden jüngsten Altersgruppen, 18-34 und 35-49 Jahre, berichten am häufigsten, dass sie sich einsamer, entmutigter oder deprimierter fühlen. Auch hat sich ihre Situation in diesem Zeitraum am wenigsten verbessert: von 21 Prozent im April auf 19 % im Juli, ein Rückgang von nur 2 %.


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