Die EU-Gesetzgebung regt in Polen zu Steuerbetrug an, berichtet die Dziennik Gazeta Prawna. Die Zeitung bezieht sich auf Enthüllungen über ein Unternehmen aus der Provinz Małopolskie, das dem Staatshaushalt 60 Millionen Złoty (über 15 Millionen Euro) in Form von Mehrwertsteuerrückzahlungen abgenötigt hat, nachdem es einen fiktiven Erwerb von 250.000 Glühbirnen erklärt hatte. Nach Schätzungen der Europäischen Kommissionverlieren die Mitgliedsstaaten aufgrund derartiger Praktiken jährlich mehr als 100 Milliarden Euro. Und das Phänomen betrifft nachweislich ganz Europa: Das in Małopolskie sitzende Unternehmen arbeitete mit Firmen in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreich und Deutschland zusammen. Die Warschauer Tageszeitung schlägt auch Maßnahmen gegen den Mehrwertsteuerbetrug vor: Entweder man vereinheitlicht das Steuersystem der EU, oder man baut eine EU-Steuerpolizei auf.
Seit den 1980er Jahren und der Finanzialisierung der Wirtschaft haben uns die Akteure der Finanzwirtschaft gelehrt, dass sich hinter jeder Gesetzeslücke eine kurzfristige Gewinnmöglichkeit verbirgt. All das und mehr diskutieren wir mit unseren Investigativ-Journalisten Stefano Valentino und Giorgio Michalopoulos. Sie haben für Voxeurop die dunklen Seiten der grünen Finanzwelt aufgedeckt und wurden für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.
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