Ilmars Poikans, Alptraum lettischer Eliten

Monatelang war er der gute Geist Lettlands. Nachdem er sich Zugang zu geheimen Daten erhackt hatte, zeigte Ilmars Poikans, alias Neo seinen Landsleuten, wie gut sich die Elite in der Krise bereichert hat.

Veröffentlicht auf 21 Mai 2010 um 16:13
Monatelang veröffentlichte der Mathematiker im Internet die Namen derer, die sich in der Krise die eigenen Taschen füllten.

Mit dem Schauspieler Keanu Reeves hat Ilmars Poikans wenig Ähnlichkeit. Seine Gesichtszüge sind weich, das Haar wird schütter und ein Bäuchlein zeichnet sich unter dem gestreiften Hemd ab.

Dennoch ist der 31-Jährige für viele Letten ein Held: Der Mathematiker hatte sich Zugang zu Millionen von Steuerdaten verschafft und seit Februar pikante Details der Presse zugespielt oder via Twitter veröffentlicht. So erfuhren die 2,4 Millionen Letten, dass viele Staatsbedienstete weiterhin üppig entlohnt werden - obwohl die Regierung ein Sparprogramm umsetzen muss, um die Auflagen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erfüllen und eine Staatspleite zu verhindern.

Nun wurde Poikans enttarnt: Er ist der Hacker "Neo" - benannt nach dem von Reeves verkörperten Computerfreak aus dem Science-Fiction-Film "Matrix".Nachdem ihn die Polizei vergangene Woche festgenommen hatte, hat Poikans zugegeben, die Daten weitergeleitet zu haben. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß und in den lettischen Medien ist einiges über ihn zu lesen... Zum Originalartikel in der Süddeutschen Zeitung...

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