Madrid setzt auf Schiefergasförderung

Veröffentlicht auf 19 März 2013 um 13:50

„Die Regierung will das Fracking befügeln“ notiert El País. Am 1. März legte die spanische Regierung einen Gesetzentwurf vor, der darauf abzielt, die umstrittene Technik zur Gewinnung von Erdgas, welche von den betroffenen Kommunen sowie den Umweltorganisationen abgelehnt wird, zu fördern. Schätzungen zufolge würde Spanien über Vorkommen von „unkonventionellem“ Erdgas für die kommenden 39 Jahre im Wert zwischen 700 Millionen und einer Milliarde Euro verfügen. Und: „Es gibt keine Gründe für ein totales Verbot“ dieser Technik, solange „die Kollateralschäden für die Umwelt streng kontrolliert werden“, schreibt El País, betont aber, dass sich an der Technik des "Fracking" (engl.) weiterhin die Geister scheiden:

Für die einen würde diese Förderungstechnik völlig überflüssigerweise aus Spanien einen Schweizer Käse machen. Für die anderen ist es eine goldene Gelegenheit für ein Land, das 99 Prozent seines Erdöls und -gases importiert.

Jedoch ganz Europa sei in dieser Frage gespalten, fährt das Blatt aus Madrid fort:

Es gibt in Europa keine gemeinsamen Vorschriften über die Umweltbedingungen, unter welchen die umstrittene Methode angewendet werden dürfte. Und wie es scheint, wird es in absehbarer Zeit auch keine geben. Die Meinungsunterschiede zwischen den verschiednen Ländern — und selbst zwischen den zuständigen EU-Kommissaren — ist allzu offensichtlich. In Frankreich, Irland, Belgien oder Bulgarien wurde ein Fracking-Moratorium durchgesetzt. Polen hingegen setzt voll auf diese Methode. [Und] bis dato gehen selbst in den Berichten der Eu-Kommission oder des Europäischen Parlaments die Meinungen auseinander.

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