Screen-Shot-2020-01-08-at-22-46-53-copyDer Jahresanfang 2020 beginnt in vielerlei Hinsicht sehr schlecht. In Europa und in der Welt. Genauso wie 2019 nach einem von Umweltkatastrophen geprägten Jahrzehnt mehr schlecht als recht endete. Von der beschleunigten Eisschmelze bis hin zu den immer heftigeren Überschwemmungen und Dürren, vom Scheitern der COP25 in Madrid im Dezember bis hin zu den unkontrollierbaren Waldbränden, die den Südosten Australiens zerstören und die einzigartige Tierwelt massiv vernichten. Unser Planet ertrinkt oder verbrennt buchstäblich.

Dabei wissen wir jedoch, dass das kommende Jahrzehnt, und mehr noch das Jahr 2020 selbst, das der radikalen Entscheidungen der Umweltpolitik sein muss. Es ist fünf Minuten vor Mitternacht, wie uns der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen IPCC regelmäßig ermahnt. Und dennoch entwickeln sich die globalen CO2-Emissionen derzeit bei weitem nicht so weit zurück, wie es die Verpflichtungen der 183 Staaten vorsahen, die das 2015 unterzeichnete Pariser Abkommen ratifiziert haben. Die Staaten sollen neue Aktionspläne für die COP26 vorlegen, die im November in Glasgow, Schottland, stattfinden soll, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung einzudämmen, aber die zur Verfügung stehende Zeit läuft uns davon.

Könnte der Europäische Grüne Deal oder [Grüner Pakt für Europa] (https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_de), der am 11. Dezember von der Präsidentin der neuen Europäischen Kommission, Ursula Von der Leyen, mit neuem Ehrgeiz vorgestellt wurde, Europa zum ersten kohlenstoffneutralen Kontinent machen? Wie wird dieser Pakt, der die Anerkennung der Klima- und Umweltnotlage auf europäischer Ebene endlich in Stein gemeißelt hat, diesen „gerechten und sozialverträglichen“ Übergang, der nun die gesamte europäische Politik strukturieren soll, konkret umsetzen? Wie kann das Gewicht der Industrielobbys in Brüssel in Schach gehalten werden? Und werden sich die Mitgliedstaaten, deren Einstellung zur globalen Erwärmung bei weitem nicht einheitlich ist, dem neuen, von Brüssel geförderten Trend, der im Gegensatz zu dem bisher sehr liberalen Diskurs steht, anpassen, ohne dabei mit der Wimper zu zucken?

All diese Fragen müssen wir uns stellen. Und gleichzeitig müssen wir den radikalen Paradigmenwechsel anerkennen, den der Pakt mit sich bringt und dessen Folgen wir noch nicht in vollem Umfang begriffen haben. Nach der grünen Welle der letzten Europawahl, deren Hauptbefürworter die Jugendlichen waren, sollten wir dafür sorgen, dass dieser Vorschlag zu einem echten Wendepunkt wird, der das Ende einer Ära und den Beginn einer anderen darstellt. Und wir sollten dafür sorgen, dass dies alles nicht bloße Worte bleiben.

Wir wünschen unseren Lesern und allen, die uns unterstützen und denen wir danken, ein hervorragendes Jahr 2020, das im Zeichen der Rettung unseres Planeten stehen sollte, die wir uns für alle wünschen, und die wir medial begleiten wollen. Dieser Wandel wird ohne eine energische Mobilisierung der Bürger unmöglich sein. Wir brauchen eine starke und hörbare europäische Öffentlichkeit, die wir mitgestalten wollen.

Um sich den Anliegen der Europäer zu nähern, werden wir in den kommenden Wochen die Möglichkeit für unsere Gemeinschaft schaffen, sich stärker in das Leben von VoxEurop einzubringen. Wir haben noch ein paar weitere Überraschungen für Sie auf Lager, die wir im Laufe des Jahres enthüllen werden.