Konfrontiert mit der Trägheit der Euroländer hat die EZB im Alleingang eingegriffen und massiv italienische und spanische Anleihen aufgekauft, um eine Zahlungsunfähigkeit dieser beiden Länder zu verhindern, welche das Ende des Euro bedeuten könnte. Aber das reicht nicht, um die Investoren zu überzeugen.
„Zertrümmert Italien den Euro?“ fragt Die Presse und illustriert ihre Schlagzeile mit dem Foto eines drohenden Gewitters über Venedigs Canale Grande. Die Wiener Tageszeitung bedauert, dass die EZB — vom Blatt als „der brave Pudel der Politik“ bezeichnet — ihre Unabhängigkeit dargebracht und massiv italienische Anleihen aufgekauft habe. Dennoch fügt die Zeitung aus, stehe die EZB „mit ihrem Vertragsbruch nicht allein da. Die Regierungen der Euroländer, die sich allesamt für propere Rechtsstaaten halten, pflegen schließlich seit vielen Jahren ein bemerkenswert großzügiges Verhältnis zur Vertragstreue. Der Stabilitätspakt wird gebrochen? Macht doch nichts. Kein Eurostaat darf die Schulden eines anderen übernehmen oder dafür haften? Wer wird denn schon so genau sein. Es ist exakt dieser Zugang, der die Eurozone in eine existenzielle Krise geführt hat.“
„Die Krise macht keinen Urlaub“ titelt Libération, für die die Zentralbank mit dem Kauf der Anleihen „schwere Geschütze“ aufgefahren habe, ohne jedoch das Blatt wenden zu können: „Eine regelrechtes Gerangel ist im Gange“ zwischen den Ländern, welche die Intervention der EZB befürworten und jene, wie Deutschland, die sie ablehnen, schreibt die Tageszeitung aus Paris. Daher auch „der Eindruck, dass ihr Präsident Jean-Claude Trichet nur widerwillig eingegriffen hat. Deshalb glauben die Finanzmärkte dem Ganzen auch nicht. Der erhoffte Effekt auf die Zinsen bleibt aus.“


„5.000.000.000.000 €“: das seien die Kosten der Weltfinanzkrise, schreibt De Volkskrantauf seiner Titelseite. „In zwei Wochen haben die Börsen fünf Billionen Euro vernichtet“, notiert die Tageszeitung aus Amsterdam. Auf diesen Betrag belaufen sich die Verluste „für die Portfolios der Investmentfonds, Pensionsfonds und anderen Finanzinstituten und Privatinvestoren.“

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