Nachrichten Euroland in der Krise

Angelas Wahl

Auch wenn die anderen Staaten zetern: Nach dem griechischen Fiasko zwingt Merkel Europa zur Disziplin. Schließlich steht das politische Werk ganzer Generationen auf dem Spiel, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Veröffentlicht auf 25 März 2010 um 16:41

Deutschland durchlebt gerade seine schwerste außenpolitische Krise seit Jahrzehnten. Nicht, dass es viele gemerkt hätten. Aber die Krise hat Deutschland isoliert in Europa, so, wie das Land lange nicht mehr isoliert war. Deutschland scheint plötzlich wieder zurückzufallen in jene unselige Zeit, in der es als der europäische Unruhestifter wahrgenommen wurde, als der Hegemon. Diesmal als der Währungshegemon.

Nach zu vielen Kriegen mit zu vielen Toten hat sich Deutschland auf seine zivile Kraft besonnen – seine Wirtschaftsleistung. Es hat Institutionen geschaffen, die es als Hegemon in der Mitte des Kontinents mit den Nachbarn versöhnen sollten. Deutschland hat dabei aber die alte Schulhofregel ignoriert: Der Primus ist niemals beliebt.

Die Nachbarn sehen in Deutschland wieder den Taktgeber, den Allesbestimmer, den Besserwisser. In Griechenland zeichneten sie Hakenkreuz-Fahnen. In Großbritannien feierten die Euro-Gegner ein Fest: Sie waren schon immer von der Phantasie erfüllt, dass die Deutschen nach zwei misslungenen militärischen Versuchen die gemeinsame Währung nutzen könnten, um Europa zu beherrschen. Zum Originalartikel von Stefan Kornelius in der Süddeutschen Zeitung…

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