Die NGO Transparency International hat ihren jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex veröffentlicht. Er umfasst die Wahrnehmung von Korruption im öffentlichen Sektor in 168 Ländern. Dem Index zufolge haben zwei Drittel der Länder unter 50 Punkte auf einer Skala von 0 (als sehr korrupt wahrgenommen) bis 100 (nicht als korrupt wahrgenommen). 7 der 10 "einwandfreisten" Länder liegen in Europa. Dänemark ist für das zweite Jahr in Folge an der Spitze; Russland und Aserbaidschan sind unter den europäischen Ländern die Schlusslichter.

Die Länder an der Spitze haben einige Charakteristika gemeinsam: große Pressefreiheit; Zugang zu Budget-Informationan (sodass die Bevölkerung weiß, woher Geld kommt und wofür es ausgegeben wird); hohe Integrität der Machthaber; Gerichte, die zwischen Reichen und Armen nicht unterscheiden, und die wahrhaft unabhängig von der Regierung funktionieren.

Zusätzlich zu Konflikten und Kriegen zeichnet die Länder am Ende des Indexes schlechte Regierungsführung, schwache öffentliche Institutionen (Polizei, Gerichte) und keine unabhängige Medien aus. Die größten Abstürze im Ranking in vier Jahren sind u.A. Libyen, Australien, Brasilien, Spanien und die Türkei. Am meisten aufgestiegen sind u.A. Griechenland, Senegal und Großbritannien.