Gas aus Kaspischem Meer fließt nicht über Nabucco

Veröffentlicht auf 27 Juni 2013 um 15:07

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Eleftherotypia zitiert Leonard Bernsteins berühmtes Musical „West Side Story“, um die Unterzeichnung des Vertrags am 26. Juni in Athen zum Bau des europäischen Abschnitts der Trans Adriatic Pipeline zu verkünden. Die Ferngasleitung TAP soll 2018 das Erdgasvorkommen Shah Deniz in Aserbaidschan mit dem Anschlusspunkt San Foca in Süditalien verbinden und dabei durch Griechenland und Albanien fließen.

Die Trans Adriatic Pipeline wird durch ein Konsortium ermöglicht, zu dem die norwegische Statoil, das schweizer Axpo, die britische BP und das deutsche E.ON zählen. Sie soll 10 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa befördern und somit 10% des jährlichen Erdgasbedarfs des Kontinents decken.

Als der Vertragabschluss bekannt gegeben wurde, ließ der griechische Finanzminister Yannis Stournaras die Schaffung von 2 700 Arbeitsplätzen verlauten. Dies sei der Eleftherotypia zufolge nach dem Scheitern der Privatisierung der Gasgruppe DEPA eine umso bessere Nachricht. Die Zeitung fügt hinzu, dass der chinesische Reedereikonzern Cosco, der einen Teil des griechischen Hafens Piräus in seiner Hand hat, auch am Transport des Erdgases teilnimmt.

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Die Vergabe des Vertrages an die TAP stellt eine Niederlage für das konkurrierende Konsortium Nabucco West dar, das von der EU unterstützt wird und durch Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Österreich fließt. Die Presse aus Wien weist darauf hin, dass das Projekt seit 2002 bestünde und aus dem österreichischen Ölkonzern OMV einen „global Player“ machen sollte. Dieser Traum habe sich

leider nicht verwirklicht. Die unglaublichen Mengen an Gas aus Aserbaidschan werden über das Netz eines Konkurrenten transportiert. OMV bleibt auf den Projektkosten sitzen, die sich [auf 50 Millionen Euro] belaufen

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