Junge Franzosen sind die schlechten Schüler Europas

Veröffentlicht auf 1 Juni 2012 um 12:30

„Der Tabak-, Alkohol- und auch Cannabiskonsum der 16-jährigen französischen Schüler ist zwischen 2007 und 2011 deutlich gestiegen“, zeigt eine Studie des Schwedischen Rats für Informationen zu Alkohol und anderen Drogen, die von Le Monde veröffentlicht wurde. Frankreichs Rangplatz in der Tabelle ist im Vergleich zu den anderen 36 untersuchten europäischen Ländern, die oft Fortschritte verzeichnen, gesunken.

Die französische Tageszeitung betont, dass diese europäischen Zahlen „die Debatte um die französische Politik zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs wieder aufleben“ lassen. Unter der letzten Regierung habe man vorwiegend die Repression eingesetzt.

Jean-Pierre Couteron, Präsident des Verbandes Fédération Addiction, wird in Le Monde folgendermaßen zitiert:

Diese Politik hat das verfehlt, was den Großteil des Problems ausmacht: das Suchtpotential der Umgebung der Jugendlichen in einer Gesellschaft, die Nervenkitzel und Hyperkonsum fördert.

Die französische Beobachtungsstelle für Drogen und Suchtverhalten (OFDT) meint dazu: „Das Problem liegt darin, dass man sich zum Ziel gesetzt hatte, einen ersten Konsum um jeden Preis zu verhindern. Dabei ist das Ausprobieren von Cannabis ein Zeichen der Identifizierung bei den Jugendlichen.“

Le Monde zitiert schließlich einen letzten Fehler dieser von Fachleuten kritisierten Strategie:

Eine Fokalisierung auf Cannabis, während der Einstieg über Tabakwaren erfolgt und die Jugendlichen Polykonsumenten sind.

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