Wie schwach Europa politisch ist! An die Reiche, die die Weltgeschichte – vom römischen über das amerikanische bis zum chinesischen – hervorgebracht hat, langt es nicht heran, auch aus historischen Gründen. Zersplitterung prägte den Kontinent die längste Zeit. Und geschichtliche Prägungen wirken machtvoll nach. Die glückliche und so erfolgreiche Epoche des europäischen Einigungsprozesses war deshalb viel zu kurz, um dieses tief sitzende Erbe der Zwietracht für immer beenden zu können.

Weil aber die Europa-Gründer dieses Erbe mit aller Kraft neutralisieren wollten, legten sie die EWG (und später die EU) als dicken Klotz an. Zwar galt, zumindest bis Helmut Kohl, die eiserne Regel, dass jedes Mitgliedsland der EU gleich wichtig zu sein hat, egal, wie groß oder klein es ist – vielgliedrig-egalitär sollte dies neue historische Gebilde sein. Wie aber schon die Rede vom deutsch-französischen Motor oder von der karolingischen Grundanlage des Unternehmens nahelegt, war das neue Europa tatsächlich ein vom Zentrum her gedachtes Gebilde. Es ist diese sture, von Brüssel hervorragend repräsentierte Mittigkeit, die die EU ins Stottern bringt, nicht erst seit gestern. Den kompletten Artikel in der Welt lesen