Für die Tageszeitung El Pais setzt die Ankündigung der ETA unter dem Titel "Ende des Terrors" einen "Schlussstrich unter den Albtraum":

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Die spanische Demokratie hat über die Fanatiker triumphiert, die sich einen repräsentativen Charakter anmaßen, den ihnen die baskischen Bürger niemals gewährten, und unter diesem Vorwand über 800 Personen umgebracht haben. Das tragischste Problem der spanischen Demokratie ist verschwunden, nicht etwa weil Frieden eingetreten ist, sondern weil eine fanatische Sekte aufgegeben hat. Dabei wartete sie nur darauf, dass die spanische Demokratie die Flinte ins Korn wirft. Das ist der wichtigste Grund dafür, heute stolz zu sein, doch auch sich zu erinnern und um die zahlreichen [ermordeten] Bürger zu trauern. – El País

El Mundo titelt: "Die ETA spielt ihren Trumpf vor den Wahlen aus" und betont, wie wichtig die Vorteile nach diesem Kommuniqué für den politischen Arm der ETA bei den kommenden Parlamentswahlen in Spanien sind, die am 20. November stattfinden werden.

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Es ist Vorsicht geboten, denn das Gefühl kollektiver Faszination für ein Spanien ohne Autobomben hat es früher schon gegeben. Heute ist die Ankündigung sogar noch gefährlicher, da die Wahlen in nur einem Monat stattfinden. Der politische Arm der ETA [die Koalition Amaiur mit Bildu und anderen abertzalen Gruppen] will ein gutes Wahlergebnis erzielen, um dem Parlament seine separatistischen Forderungen hinzuwerfen. Dass es keine Attentate mehr gibt, bedeutet nicht, dass die ETA verschwunden ist. Das wird erst wahr sein, wenn sie die Waffen abgibt und ohne jegliche politische Gegenleistung verschwindet. – El Mundo

La Vanguardia aus Barcelona fordert auf ihrem Titel "Talent und politische Vorsicht angesichts der Kapitulation":

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Die ETA legt ihre Waffen nieder, weil ihre Methoden irrational waren. Ihre Strukturen wurden durch den polizeilichen Druck immer mehr geschwächt. Sie ist zunächst durch die baskische und spanische Gesellschaft und dann durch ihr eigenes Umfeld machtlos geworden. Nun beginnt eine Zeit des Dialogs. Es wird [für die ETA] darum gehen, Waffen und Sprengstoffe zu übergeben, während der Staat erneut die Situation der Häftlinge untersuchen wird – mit Strenge, aber auch mit Großmut. Logischerweise wird diese schwere Aufgabe der Regierung zufallen, die aus den Wahlen vom 20. November hervorgeht. – La Vanguardia

"Die ETA löst sich nicht auf und übergibt die Waffen nicht", titelt hingegen ABC mit einem Leitartikel "zu Ehren der Opfer":

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Jetzt ist nicht die Zeit, auf die Forderung nach Gerechtigkeit zu verzichten, die die Opfer der ETA verdienen. Zu ihren Ehren kann man aufzeichnen, was vielleicht der Epilog der Terroristenbande ist. [...] Großmut, in Form von Erinnerung, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung, gebührt nur den Opfern. – ABC

Die baskische Tageszeitung EL Correo titelt: "Endlich!", denn die Entscheidung vom 20. Oktober ist eine, die die ETA "schon vor Jahrzehnten hätte treffen müssen". Die Gründe dafür seien:

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Ihre extrem schwache Situation nach den Schlägen [der Polizei] und die Tatsache, dass die abertzale [radikal-nationalistische, baskische] Linke mit den 'fabelhaften Wahlergebnissen von Bildu' bei den Kommunalwahlen vom vergangenen Mai letztendlich das Tauziehen um die Führung der Unabhängigkeitsbewegung gewonnen hat. – El Correo

Die Tageszeitung Garaschließlich, die der separatistischen Linken nahe steht, schreibt:

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Es ist jetzt Zeit, zu beweisen, dass ohne Gewalt alles möglich ist. Nur die baskische Gesellschaft kann garantieren, dass sie entscheidet, was sie in Zukunft werden will. – Gara