Eurozone crisis

Das Merkel-Memorandum

Veröffentlicht auf 10 August 2012 um 13:15

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„Wer weiß, vielleicht überlegt Angela Merkel jetzt gerade, wie sie den Euroraum auseinanderbrechen könnte“, meint The Economist in seinem jüngsten Bericht über die Möglichkeiten, die der deutschen Bundeskanzlerin zur Verfügung stehen. In einer fiktiven internen Mitteilung an Angela Merkel, „die unter dem Siegel der Verschwiegenheit von vertrauenswürdigen Beamten verfasst wurde“, parodiert die Zeitschrift die Ratschläge, die sie erhalten könnte. So schreiben die geheimen Berater zur gegenwärtigen Lage:

Offen gesagt, der Plan funktioniert nicht. Griechenland ist eine Katastrophenzone. Irland und Portugal machen zwar kleine Fortschritte, aber der Weg ist noch lang und sie können leicht vom Kurs abkommen. Ja es kommt noch schlimmer: Spanien könnte ein komplettes Rettungspaket benötigen, nicht nur einen Rettungsschirm für den Banksektor, wie Sie ursprünglich gehofft haben.

Die Verfasser legen daraufhin die Vor- und Nachteile eines Grexit und eines Austritts vieler Länder dar und beschreiben die rechtlichen Schwierigkeiten der Auflösung der Einheitswährung, die sie mit einem „Hotel California, das man nie verlassen kann“, vergleicht. Schließlich enden die fiktiven Ratgeber ihre vertraulichen Empfehlungen wie folgt:

Wir sind der Ansicht, dass die allgemeine Auflösung des Euroraums wirtschaftlich sinnvoller ist als der Austritt Griechenlands. Aber wir müssen betonen, dass die ökonomischen und finanziellen Risiken der ersten Lösung sehr viel größer sind. Die Umsetzung würde sehr viel umständlicher sein als die Koordination des griechischen Austritts. Schließlich ist auf einen Nachteil hinzuweisen, der beide Optionen betrifft, auch wenn sie erfolgreich sein sollten: Die Vorteile werden sich erst auf längere Sicht zeigen, während die Kosten hier und jetzt zu bezahlen sind, und Ihnen und Ihrem Kabinett zur Last gelegt würden.

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