Fotoreportage Demonstrationen gegen Lukaschenkos Regime
Gegenüber den Truppen vor dem Parlament. Minsk, Unabhängigkeitsplatz, August 2020.

Weißrussland, die Demokratie hat ein weibliches Gesicht

Die von zwei weißrussischen Aktivistinnen organisierte interaktive Foto- und Video-Ausstellung mit dem Titel „Die Demokratie hat ein weibliches Gesicht“ gibt den friedlichen und demokratischen Protesten in Belarus, die hauptsächlich von Frauen angeführt werden, eine Stimme. Nachdem die Ausstellung weltweit durch 13 Städte getourt ist, kommt sie nun in Brasilia an. Hier ist eine Auswahl.

Veröffentlicht auf 2 Juni 2021 um 18:38
Gegenüber den Truppen vor dem Parlament. Minsk, Unabhängigkeitsplatz, August 2020.

Dem vor allem von Frauen angeführten friedlichen und demokratischen Protest in Weißrussland eine Stimme zu geben, und die heftige Unterdrückung durch die Regierung von Alexander Lukaschenko zu veranschaulichen, die kürzlich in der spektakulären Festnahme von Roman Protassewitsch gipfelte : Das ist das Ziel der Fotoausstellung Democracy has a woman's face (Die Demokratie hat ein weibliches Gesicht), die ich zusammen mit zwei belarussischen Aktivistinnen, Olga Aleszko-Lessels und Anastasiya Golets, realisiert habe, und die ich in Brasilia (wo ich lebe und als Fotograf arbeite) präsentieren möchte.

Diese Ausstellung ist die allererste in Lateinamerika und folgt denen, die bereits in 13 Städten stattgefunden haben, darunter Paris, Berlin, San Francisco und Tokio.

Die Proteste, die überwiegend von Frauen angeführt wurden, folgten auf die Wiederwahl von Alexander Lukaschenko im August 2020, die nach Ansicht unabhängiger Beobachter durch massiven Wahlbetrug manipuliert wurde. Auf den zunächst friedlichen Protest folgte eine grausame Repression: Massenverhaftungen von Demonstranten, Folter, Drohungen, Einschüchterung von Aktivisten, einige sind sogar verschollen. Auch die oppositionelle Presse zahlte einen hohen Preis: Mehr als 30 Journalisten wurden verhaftet. Zudem sollte auch nicht vergessen werden, dass Weißrussland das einzige Land in Europa ist, in dem es noch immer die Todesstrafe gibt…

Die Fotos die von belarussischen Fotografen gemacht wurden, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollen, zeigen, wie friedlich die Bewegung ist, aber auch, dass man in diesen Regimen ins Gefängnis kommen kann, nur weil man mit einer Blume in der Hand auf der Straße marschiert.

Ziel der Ausstellung ist es, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Situation in Weißrussland und auf die grundlegenden Fragen der Demokratie und der Verteidigung der Bürgerrechte in einem Land zu lenken, in dem diese täglich verletzt werden. Freiheit und Demokratie sollten nie als selbstverständlich angesehen werden.

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese Ausstellung in Brasilien zu zeigen, wo es derzeit große Volksbewegungen für die Schließung des Parlaments oder eine militärische Intervention gibt.

Um die Ausstellung zu finanzieren, habe ich eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter gestartet. Wenn Sie sich beteiligen möchten, klicken Sie hier.

Herausgegeben von Constance Decorde.

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