Ein Präsident, der seine Regierung armselig nennt, ohne politischen Willen und unternehmerische Weitsicht. Abgeordnete, die das Beamtengehalt um 20 Prozent kürzen, und die Pensionen um 10. Wir sind in Lettland, das um Kredite des Internationalen Währungsfonds und der EU kämpft. Denn das Land steht nach der Party des Wirtschaftsbooms vor der Pleite. "Wie konnte es soweit kommen", fragt Morten Hansen in der Zeit. "Schulden. Nirgendwo sonst in der Europäischen Union wurde die Kreditvergabe so stark ausgeweitet, und nirgendwo sonst führte das zu einer überhitzteren Volkswirtschaft".

Da für eine Besserung weder mit Verbrauchern, noch Firmen oder Staat zu rechnen sei, sei es "kein Wunder, dass im Ausland – vor allem im mit Lettland eng verbundenen Schweden – über ein Option nachgedacht wird, die für die Letten selbst undenkbar erscheint : die Abwertung des lettischen Lat" . Dies sei allerdings die Höchststrafe für die Letten, die im starken Lat während der Inflation der 90er Jahre ein Anker sehen. Der Euro sei hiermit auch in Frage gestellt, und schließlich könnte es sogar "wie in Argentinien zu einem Währungskollaps" kommen, warnt der Autor. Und auch andere osteuropäische Währungen ständen dann unter Druck. Bis die Wunderlösung gefunden ist, versuche das Land nun erstmal zu sparen und senkt die Löhne. Dies alles, um das Vertrauen ausländischer Investoren wiederzuerlangen. "Aber das ist ein schwerer Kampf", schließt die Zeit. "Sisyphos hätte gedacht, seine Aufgabe sei im Vergleich dazu eine leichte gewesen."